
Die deutsche Presse hat mit teils erstaunten Reaktionen auf eine neue Verordnung des Inselrats von Formentera reagiert, die die angeleitete sportliche Betätigung in öffentlichen Parks regelt. Die Inselregierung stellt klar: Es gehe weder um Verbote noch um Einschränkungen des Freizeitsports, sondern um klare Regeln für gewerblich organisierte Kurse im öffentlichen Raum (wir berichteten, Anm. d. Red.). Hintergrund ist die zunehmende Zahl professionell organisierter Kurse wie Yoga, Pilates oder Kampfsport, die in den vergangenen Jahren immer häufiger und teils dauerhaft öffentliche Grünflächen nutzten. Ziel der Verordnung sei es, Sicherheit, eine gerechte Nutzung der Parks sowie Rechtssicherheit und Gleichbehandlung gegenüber offiziell arbeitenden Sportanbietern zu gewährleisten.
Freies Sporttreiben bleibt ausdrücklich erlaubt. Joggen, individuelles Training oder gemeinsamer Sport unter Freunden sind nicht genehmigungspflichtig und werden auch künftig nicht sanktioniert. Genehmigungen sind nur dann erforderlich, wenn es sich um regelmäßig angebotene, angeleitete Kurse handelt, insbesondere mit mehr als zwölf Teilnehmenden oder mit kommerziellem Hintergrund. Für solche Angebote schreibt die Verordnung unter anderem eine vorherige Genehmigung, eine Haftpflichtversicherung, eine fachliche Qualifikation der Trainer sowie die Eintragung in das Sportregister vor. Bei Verstößen sieht die Regelung ein abgestuftes Sanktionssystem mit Bußgeldern von bis zu 3.000 Euro vor.
Kampfsportarten sind in öffentlichen Parks grundsätzlich nicht zugelassen, da sie besondere Anforderungen an Sicherheit und Infrastruktur stellen. Für diese Disziplinen verweist der Inselrat auf kommunale Sportanlagen, die entsprechend ausgestattet sind. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Parks über längere Zeit blockiert werden und Kinder, Familien oder andere Nutzer verdrängt werden.
Für genehmigte Gruppenaktivitäten sind zunächst vier Bereiche vorgesehen: der Parque Illes Pitiüses in La Savina, der Parque Frank Jackson sowie der Parque de ses Bardetes in Sant Francesc und die Calisthenics-Zone am Skatepark. Der Inselrat behält sich vor, diese Flächen je nach Bedarf anzupassen oder zu erweitern.
Die Inselregierung betont, dass die Verordnung bewusst flexibel gestaltet sei. Sie solle sportliche Aktivität fördern, gleichzeitig aber Ordnung, Rücksichtnahme und Fairness im öffentlichen Raum sicherstellen. Formentera wolle eine aktive und gesunde Insel bleiben – jedoch mit klaren Spielregeln für alle Beteiligte
—–>HIER<—- der Artikel aus dem Magazin „Focus“













