
„Die Agentur, mit der wir jahrelang zusammengearbeitet haben, schuldet uns 23.500 Euro. Jetzt nehmen sie nicht mehr ab; für uns bedeutet das den Ruin.“ Mit diesen Worten schildert die Besitzerin einer Ferienfinca in s’Amarador (Santanyí) gegenüber der Presse ihre Lage. Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza handelt es sich um den Immobilienvermittler Fincaurlaub, einen deutschen Anbieter, der im Verdacht steht, zahlreiche Kunden und Hausbesitzer um ihr Geld gebracht zu haben.
„Es sind viele Menschen betroffen, Touristen und Eigentümer von Häusern auf der Insel; das sieht gar nicht gut aus, das ist ein Skandal“, so J.P., die Geschädigte.
Die Kunden hatten ihre Buchungen im Voraus bezahlt, oft handelte es sich um hohe Summen für luxuriöse Landfincas. Manche Urlauber mussten feststellen, dass ihre Reservierung kurzfristig storniert wurde – Geld und Urlaub waren verloren. Andere konnten zwar anreisen, doch die Vermieter blieben auf ihren Forderungen sitzen.
„Die Urlauber haben jedes Recht, die Häuser zu beziehen, aber wir Vermieter haben genauso das Recht, bezahlt zu werden. Die Agentur ist nur die Vermittlerin“, betont J.P.
Die Betroffene erklärt, dass sie und ihr Mann nun einen Anwalt einschalten wollen. Die Firma habe ihren Hauptsitz in München und arbeite zudem von einer Niederlassung in Santa Ponça aus. Früher habe es auch ein Büro in Santanyí gegeben.
Ursprünglich sei das Unternehmen unter dem Namen Fincaservice aufgetreten, bevor es in Fincaurlaub umbenannt wurde. „Am Anfang wirkte alles seriös, sie machten sogar Luftaufnahmen unserer Finca. Doch in den letzten Wochen wurde es chaotisch. Viele Mitarbeiter haben ihre Arbeit niedergelegt“, berichtet die Eigentümerin. Besonders dubios: Laut Angaben der Agentur sei der Geschäftsführer Jochen S. verschwunden. Angeblich sei sogar eine Vermisstenanzeige gestellt worden. Zwar habe er sich vor wenigen Tagen per E-Mail gemeldet und eine Zahlung in Aussicht gestellt, doch Geld sei bis heute nicht geflossen.
Allein im Juni habe die Agentur bereits eine Zahlung von 5.500 Euro schuldig geblieben, aktuell gehe es um weitere 18.000 Euro für bevorstehende Gäste. Diese seien bereit, Nebenkosten wie Strom, Wasser und Gartenpflege zu übernehmen, erklärt die Finca-Besitzerin. „Aber diese Unterkunft erfordert eine große Investition, damit alles in Schuss bleibt.“
Noch habe sie keine Anzeige erstattet, da sie auf eine Lösung gehofft habe. Doch inzwischen sei klar: „Das ist eine Betrugsmasche.“
Obwohl die Webseite der Firma weiterhin online sei und Häuser zeige, könne man keine Buchungen mehr vornehmen. J.P. hat ihre Finca inzwischen von der Plattform entfernt. „Ich werde nie wieder mit ihnen arbeiten. Ich will mit niemandem Geschäfte machen, der mich nicht bezahlt.“
––> Link <–– zu unserem Beitrag, siehe Kommentar.
Anmerkung der Redaktion Wir haben über den Fall auf unserer Facebook-Seite berichtet - es liegen uns Insider-Informationen eines Mitarbeiters vor. Den Artikel findet ihr auf unserem Facebook-Profil: @ibizalivereport










