
Der Strand von Talamanca gehört nach Einschätzung von Greenpeace zu den besonders gefährdeten Stadtstränden Ibizas. Im Bericht „Destrucción a toda costa 2026“ warnt die Umweltorganisation, dass Sturmwellen regelmäßig die Promenade und weitere Anlagen beschädigen. Unter dem derzeitigen Bewirtschaftungsmodell habe der Strand nur noch rund zehn Jahre sinnvoller Nutzungsdauer, berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Nach den Stürmen der Saison 2025/2026, insbesondere nach dem Unwetter Harry am 16. Januar, ließ die Stadt Ibiza die beschädigte Promenade und eine eingestürzte Schutzmauer erneut instand setzen. Ähnliche Reparaturen waren bereits in den Vorjahren notwendig. Eine umfassende Anpassung des Küstenmanagements an steigende Meeresspiegel, heftigere Stürme und den Klimawandel steht jedoch weiterhin aus. Greenpeace hält es für langfristig nicht tragbar, immer wieder dieselbe zerstörte Infrastruktur aufzubauen.
Zusätzlich verliert Talamanca einen wichtigen natürlichen Schutz: Die dortigen Posidonia-Wiesen gehen durch Wasserverschmutzung, Bootsanker und die Einleitung von Salzlauge aus der Meerwasserentsalzungsanlage kontinuierlich zurück. Messungen zeigen außerdem, dass die Wassertemperatur zeitweise über der Toleranzgrenze der Pflanze von 28 Grad liegt. Gleichzeitig werden angeschwemmte Posidonia-Reste auf Druck von Hotel- und Gastronomiebetrieben regelmäßig vom Strand entfernt, obwohl sie den Sand vor starkem Wellengang und Erosion schützen können. Greenpeace fordert deshalb, der natürlichen Wiederherstellung der Küsten Vorrang vor Wellenbrechern, Schutzmauern und Promenaden zu geben. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass der Meeresspiegel rund um die Balearen bis zum Ende des Jahrhunderts um 55,2 bis 76,5 Zentimeter steigen könnte, falls die Entwicklung nicht gebremst wird. Je nach Beschaffenheit der Küste könnten die Strände dadurch zwischen sieben und 50 Meter zurückweichen.










