
Der Friedhof von Formentera in Sant Francesc stößt zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen und soll mittelfristig erweitert werden, um eine drohende Überlastung zu vermeiden. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, ist ein entsprechendes Projekt bereits vorbereitet und soll in Kürze ausgeschrieben werden. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 591.260 Euro.
Nach drei früheren Ausbauphasen des ursprünglich in 1937 nach einem Entwurf von José Alomar errichteten Friedhofs handelt es sich nun um die vierte Erweiterung. Vorgesehen sind dabei zwei zentrale Maßnahmen: der Abriss und Neubau des bestehenden Lager- und Werkstattgebäudes sowie die Schaffung von 172 Nischen, 58 Kolumbarien und 14 Erdgräbern für Verstorbene nichtchristlicher Religionen. Grundlage ist das vom Architekten Manuel Díaz Jiménez ausgearbeitete Basis- und Ausführungsprojekt. Der Weg zu dieser Erweiterung war lang und begann bereits in der vergangenen Legislaturperiode. Das Projekt wurde schließlich im September 2024 unter der aktuellen Inselregierung von Sa Unió genehmigt. Der Inselrat für Wirtschaft, Raumordnung und Infrastrukturen, Javi Serra, erklärte im November-Plenum, dass die Ausschreibungsunterlagen für die Bauarbeiten nahezu fertiggestellt seien, nannte jedoch keinen konkreten Termin.
Die Arbeiten werden in zwei Bauphasen gegliedert. In einem ersten Schritt entstehen die neuen Nischen, Kolumbarien und Erdgräber. In der zweiten Phase wird das Werkstattgebäude neu errichtet und zu einem Lagerraum mit Stellplatz für ein Fahrzeug, einem überdachten Vorbau, einem unterirdischen Beinhaus sowie einer Verbrennungsanlage für Kleidung und Abfälle umgebaut. Auf der Ostseite wird eine begrünte Fläche für die Ablage ökologischer Urnen mit Asche geschaffen. Gepflanzte Zypressen sollen dabei als visueller Sichtschutz für den Bereich der Bestattungen anderer Religionen dienen. Die neuen Erdgräber, die erstmals auf dem Friedhof von Formentera vorgesehen sind, werden durch eine etwa 40 Zentimeter hohe Mauer begrenzt, die parallel zur Fläche für ökologische Urnen verläuft.
Besondere Bedeutung hat das Projekt auch für die muslimische Gemeinschaft auf der Insel. Neben den zahlreichen muslimischen Einwohnern sind mittlerweile mehr als ein Dutzend nicht identifizierter Leichname in Formentera beigesetzt worden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um Menschen, die bei der Überfahrt mit Booten zwischen Algerien und der spanischen Küste ums Leben kamen und dem Islam angehörten. Das Projekt sieht daher Einzelgräber vor, die entsprechend den religiösen Vorgaben der jeweiligen Glaubensrichtung ausgerichtet sind. Im Fall des Islam erfolgt die Beisetzung mit Blickrichtung Mekka, in der Regel ohne Sarg und geschützt durch keramische Elemente.














