
Die Sprache steht erneut im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte auf Ibiza. Eine in den sozialen Netzwerken gestellte Frage – „Was hältst du davon, dass die Straßenschilder auf Ibiza nur auf Katalanisch sind?“ – eine Welle von Reaktionen ausgelöst, wie die Tageszeitung Diario de Ibiza schreibt. Die Diskussion zeigt, dass es bei der Beschilderung längst nicht nur um Wegweiser geht, sondern um Identität, Politik und gesellschaftliches Zusammenleben. Für viele Leser ist die einsprachige Beschilderung in der jeweiligen Landessprache selbstverständlich. Sie verweisen darauf, dass auch in Städten wie London oder Berlin niemand die Verwendung der eigenen Sprache infrage stelle. Für sie ist es eine Frage von Respekt und Kultur, dass Besucher sich anpassen und nicht die Übersetzung in ihre eigene Sprache einfordern. Andere argumentieren pragmatisch: Mit digitalen Karten finde man ohnehin jedes Ziel, sodass ein Bilinguismus auf Schildern nicht notwendig sei. Zudem sei das Spanische ausreichend geschützt, während es legitim sei, die eigene Sprache der Insel zu pflegen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist die Unterscheidung zwischen Katalanisch und dem inselspezifischen Eivissenc. Zahlreiche Stimmen betonen, dass auf Ibiza traditionell Eivissenc gesprochen werde und die Beschilderung diese Variante widerspiegeln solle. Kritische Stimmen hingegen sehen in der aktuellen Normierung eine äußere Einflussnahme und befürchten einen Verlust lokaler Identität. Dabei wird deutlich, dass es nicht nur um Sprachwahl, sondern um die Frage geht, wie kulturelles Erbe definiert und bewahrt wird. Auf der anderen Seite stehen jene, die die ausschließliche Verwendung des Katalanischen als problematisch ansehen. Sie verweisen auf den offiziellen Status beider Amtssprachen laut Autonomiestatut und argumentieren, dass sowohl Katalanisch als auch Spanisch berücksichtigt werden sollten. Einige Stimmen sehen darin zudem ein strategisches Risiko für eine Insel, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt. Straßenschilder seien schließlich keine Dekoration, sondern Information für alle Bürger und Besucher.
Die Vielzahl der Reaktionen verdeutlicht, wie sensibel das Thema Sprache auf Ibiza bleibt. Zwischen dem Wunsch nach Schutz der eigenen Identität und dem Anspruch auf Zugänglichkeit und Offenheit gegenüber Gästen spiegelt die Debatte die gesellschaftliche Realität einer international geprägten Insel wider, so die Tageszeitung.












