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Bürger und Politik kämpfen um Ibizas Chiringuitos

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Die Anwohnervereinigung von Cala Llonga vertritt die Auffassung, dass es sich um Einrichtungen von allgemeinem Interesse handelt. | Foto: Toni P., Periódico de Ibiza y Formentera

Der geplante Abriss eines der beiden historischen Chiringuitos in Cala Llonga sorgt für großen Unmut bei Anwohnern und Geschäftsleuten. Nachdem die Gemeinde Santa Eulària angekündigt hatte, die von der Küstenbehörde angeordnete Demontage umzusetzen, wächst der Widerstand gegen die geplanten Abrisspläne. Viele Bewohner sehen die Strandkioske als festen Bestandteil der Identität und des Lebens in der Bucht. Wie aus einem Bericht der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera hervorgeht, befinden sich die beiden jeweils 75 Quadratmeter großen Kioske auf öffentlichem Küstengelände. Die entsprechenden Konzessionen sind inzwischen ausgelaufen. Lokale Unternehmer betonen jedoch, dass die Betriebe nicht nur wirtschaftlich wichtig seien, sondern auch wesentlich zur Urlaubsatmosphäre und zum Strandleben beitragen. Seit ihrer Schließung wirke die Bucht deutlich leerer und weniger lebendig.

Besonders deutlich äußert sich die Kritik bei langjährigen Anwohnern und Gastronomen. Sie argumentieren, dass Besucher häufig sowohl die Kioske als auch die umliegenden Restaurants nutzen. Zudem hätten die Einrichtungen über Jahrzehnte hinweg eine wichtige soziale Funktion erfüllt. Die Chiringuitos seien Treffpunkte für Einheimische und Urlauber gewesen und hätten für Begegnungen sowie ein familiäres Miteinander gesorgt. Auch ehemalige Mitarbeiter und die Nachbarschaftsvereinigung von Cala Llonga sprechen sich gegen den Abriss aus. Nach ihrer Ansicht handelt es sich um Einrichtungen von öffentlichem Interesse. Sie verweisen außerdem darauf, dass die Kioske wichtige Dienstleistungen wie Toilettenanlagen angeboten hätten. Die Vertreter der Vereinigung sehen darin einen wichtigen Service für Besucher und einen Bestandteil der lokalen Infrastruktur. Inzwischen wurde eine Unterschriftensammlung gestartet, die innerhalb kurzer Zeit rund 500 Unterstützer gewonnen hat. Die Initiatoren fordern, Alternativen zum Abriss zu prüfen und zumindest einen der beiden Kioske zu erhalten. Viele Anwohner schlagen vor, die Gebäude an die aktuellen Vorschriften anzupassen, statt sie vollständig zu beseitigen. Die laufende Petition verdeutlicht den wachsenden Protest innerhalb der Bevölkerung.

Der Ursprung des Konflikts reicht bis ins Jahr 1989 zurück. Ein Antrag auf Verlängerung der Konzession wurde von der Küstenbehörde im Jahr 2021 abgelehnt. Seitdem laufen verschiedene Verwaltungs- und Rechtsverfahren. Die Gemeinde arbeitet derzeit am Projekt für den Abriss des weiter vom Ortskern entfernten Kiosks, möchte jedoch den zweiten Standort möglichst für öffentliche Nutzungen und kommunale Zwecke erhalten. Parallel wird geprüft, ob künftig ein temporärer und wieder abbaubarer Chiringuito errichtet werden kann. Viele Bewohner halten diese Lösung jedoch für unzureichend und hoffen weiterhin auf den dauerhaften Erhalt der traditionellen Strandkioske. Für sie gehören die Einrichtungen seit Jahrzehnten fest zur Geschichte und zum Charakter von Cala Llonga.

Unterstützung erhalten die Gegner des Abrisses nun auch aus der Inselpolitik. Im Inselrat von Ibiza wurde am Freitag ein Antrag der Partido Popular (Volkspartei) verabschiedet, der sich für den Erhalt der traditionellen Strandkioske ausspricht. Darüber berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Die Politiker sehen in den Chiringuitos nicht nur einen Wirtschaftsfaktor, sondern auch einen wichtigen Teil des kulturellen und sozialen Erbes der Insel. Inselrats-Präsident Vicent Marí forderte die spanische Regierung auf, die geplanten Abrisse auszusetzen und gemeinsam mit den Betreibern nach Lösungen zu suchen. Seiner Ansicht nach sei es möglich, den Schutz der Küsten mit dem Erhalt eines traditionellen Modells zu verbinden, das seit Jahrzehnten zum Bild Ibizas gehört. Die verabschiedete Resolution fordert deshalb einen intensiveren Dialog zwischen den Behörden, den Inselinstitutionen und den Betreibern.

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