
Der Busstreik auf Ibiza hat am Freitag, 18. Juli 2025, begonnen. Laut der Gewerkschaft SATI wurden mehr als 70 % der nicht verpflichtenden Fahrten nicht durchgeführt, die Beteiligung unter den Fahrern lag demnach bei rund 90 %. Hintergrund sind Forderungen nach besseren Löhnen und geregelten Ruhezeiten, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera. Der Bruttolohn für Fahrer betrage seit acht Jahren 1.414 Euro bei 14 Monatsgehältern. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung auf 1.500 Euro (plus 8 %), während die Arbeitgeberseite lediglich 3 % für 2025 und 0,5 % plus Inflationsausgleich für 2026 angeboten habe. Auch bei den Ruhezeiten gibt es Streit: Derzeit liegen diese teilweise bei nur acht Stunden zwischen den Schichten. Gefordert werden mindestens neun Stunden.
Die Proteste betreffen den gesamten öffentlichen Nahverkehr auf den Balearen: auf Mallorca, Menorca und Ibiza. Weitere Streiktage sind für den 21., 23. und 25. Juli angesetzt. Bleibt eine Einigung aus, droht ab dem 25. Juli ein unbefristeter Streik.
Vor allem Touristen und Pendler wurden vom Streik überrascht. Viele erfuhren erst an der Haltestelle vom Ausfall ihres Busses. Bei der Flughafenlinie hingegen war der Streik kaum spürbar – aufgrund der verpflichtenden Mindestdienste, die dort fast lückenlosen Betrieb sicherstellten.
Laut dem Inselrat von Ibiza lag die Streikbeteiligung am Morgen bei nur 25 %, und zwar bei der Firma ALSA, dem größten Unternehmer auf Ibiza. Bei Sagalés wurde gar nicht teilgenommen. Die Gewerkschaften sprechen hingegen von einer absichtlichen Verzerrung durch Mindestdienste, die so verteilt worden seien, dass alle Fahrer arbeiten mussten. Tatsächlich seien bei einzelnen Linien, wie Flughafen (L10) oder Hafen, 100 % der Fahrten vorgeschrieben gewesen. Der Vizepräsident der Balearen-Regierung, Antoni Costa, erklärte am Freitag, dass sie sich nicht in Tarifverhandlungen einmischen werden. Man wolle lediglich als „Vermittler“ auftreten. Die Streikbeteiligung auf den gesamten Balearen schätzte er auf über 80 %.











