
Der Start des neuen Bus-Systems auf Ibiza ist von massiven Problemen überschattet worden. Statt der angekündigten Modernisierung erlebten Fahrgäste und Fahrer einen Tag voller Verspätungen und Ausfälle. Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera kam es bereits in den frühen Morgenstunden zu erheblichen Störungen im gesamten Netz. Viele Busse erschienen verspätet oder gar nicht, Fahrgäste warteten teils lange an den Haltestellen. Überfüllte Fahrzeuge und lange Schlangen prägten das Bild, während einige Verbindungen komplett ausfielen. In mehreren Fällen strandeten Berufstätige und Schüler, weil geplante Fahrten schlicht nicht stattfanden. Die Situation wurde von Betroffenen als chaotisch und unzuverlässig beschrieben.
Auch intern zeigte sich das System überfordert. Fahrer standen ohne Fahrzeuge da, während Busse ohne Personal an einzelnen Stationen warteten. Teilweise konnten Einsätze nicht übernommen werden, etwa aus Versicherungsgründen. Gleichzeitig fehlten klare Informationen, sowohl für Mitarbeitende als auch für Fahrgäste, was die Organisation und die Koordination zusätzlich erschwerte. Besonders kritisch war die Lage an der zentralen Busstation Cetis. Dort funktionierten weder die digitalen Anzeigen noch die Internetverbindung, sodass Fahrgäste keine aktuellen Informationen abrufen konnten. Ersatzweise wurden Fahrpläne auf Papier verteilt. Hinzu kamen geschlossene Sanitäranlagen und eine insgesamt überlastete Infrastruktur – ein deutlicher Hinweis auf strukturelle Defizite und fehlende Vorbereitung. Technische Probleme verschärften die Situation. GPS-Ausfälle, defekte Fahrzeuge und eine fehlerhafte App sorgten dafür, dass selbst digitale Hilfsmittel keine verlässlichen Daten lieferten. Gleichzeitig waren viele Nutzer durch die neue Linienstruktur verunsichert, da die bisherigen Bezeichnungen komplett ersetzt wurden.
Der neue Betreiber Alsa hatte mit rund 100 neuen Fahrzeugen, digitalen Services und einer umfassenden Neuorganisation des Netzes eine grundlegende Verbesserung versprochen. Allerdings fehlten an mehreren Standorten die notwendigen Ladestationen und Infrastruktur, insbesondere für die neuen Elektrobusse. Fahrer berichteten, dass es kaum geeignete Möglichkeiten zum Laden gebe und teilweise improvisiert auf externe Tankstellen ausgewichen werden müsse. Trotz der Kritik betonte der Inselrat, dass man bereits an Anpassungen arbeite. Insgesamt nutzten laut offiziellen Angaben mehr als 10.000 Menschen den Bus am ersten Tag – ein Wert, der die Bedeutung des Systems unterstreicht. Gleichzeitig macht der holprige Start deutlich, dass die angestrebte Transformation des Verkehrsnetzes noch mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist, so die Tageszeitung.











