
Die Britische Vereinigung von Sant Antoni hat sich mit einem Schreiben an den Inselrat gewandt, um auf eine problematische Situation am Flughafen Ibiza aufmerksam zu machen. Insbesondere britische Residenten klagen über lange Wartezeiten bei der Passkontrolle – trotz gültiger Aufenthaltskarte (TIE). Zwar handelt es sich bei den Betroffenen um legale Residenten, doch das Grenzsystem priorisiert weiterhin den Reisepass. Da britische Dokumente nach dem Brexit als nicht-europäisch gelten, werden die Inhaber automatisch in die Warteschlangen für Nicht-EU-Bürger geleitet. Dort erfolgt eine manuelle Kontrolle inklusive zusätzlicher Prüfung, um falsche Einreisestempel zu vermeiden. Ohne spezielle Spur für TIE-Inhaber entstehen so Wartezeiten von teils über einer Stunde.
Der Vorsitzende der Vereinigung, Martin Makepeace, kritisiert laut der Zeitung Periódico de Ibiza y Formentera, dass es in anderen Flughäfen bereits Lösungen gebe. Sowohl in Palma als auch in Alicante existieren spezielle Abfertigungssysteme für Residenten aus Drittstaaten. Auf Ibiza hingegen fehle eine solche Anpassung bislang vollständig. Mit Blick auf die kommende Hochsaison warnt die Vereinigung vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Sie fordert den Inselrat daher auf, bei der staatlichen Flughafenbetreibergesellschaft AENA zu intervenieren, damit auch auf Ibiza entsprechende Maßnahmen zur Beschleunigung der Kontrollen umgesetzt werden.
Das Problem betrifft nicht nur Ibiza. Auch an Flughäfen wie Madrid-Barajas oder Málaga kommt es zu ähnlichen Verzögerungen. Hintergrund ist das neue europäische Einreisesystem EES, das die Bewegungen von Nicht-EU-Bürgern im Schengen-Raum digital erfasst. Besonders bei der ersten Nutzung müssen biometrische Daten vollständig aufgenommen werden, was zu erheblichen Verzögerungen führen kann – in Barcelona wurden Wartezeiten von bis zu drei Stunden registriert.















