
Die Wohnungskrise auf Ibiza verschärft zunehmend auch die Lage der staatlichen Sicherheitskräfte. Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza zählen Ibiza und Menorca zu den Inseln mit den größten Problemen bei der Besetzung von Stellen der Guardia Civil. Hauptgrund sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie die insgesamt hohen Lebenshaltungskosten. Da offene Stellen auf der Insel kaum dauerhaft besetzt werden können, greifen die Verantwortlichen zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um auf Notfälle, insbesondere während der Sommermonate, reagieren zu können. In einer Interview erklärt Luis Fernández del Blanco, Sekretär des staatlichen Berufsverbands der Guardia Civil AUGC), dass bei akuten Einsätzen – etwa bei der Ankunft von Bootsmigranten – Beamte per Hubschrauber nach Ibiza gebracht werden. Zusätzlich würden in der Hochsaison vermehrt Einheiten der Sicherheitsreserve (GRS) aus anderen Provinzen zeitweise auf die Insel verlegt. „Es ist ein Arbeiten mit Provisorien“, kritisiert Fernández del Blanco. Diese Lösungen seien jedoch langfristig deutlich teurer. Statt die wirtschaftlichen Bedingungen der auf den Inseln stationierten Beamten zu verbessern, würden hohe Summen für temporäre Versetzungen und Zulagen ausgegeben. Aus Sicht der AUGC wäre es sinnvoller, den Inselzuschlag an die realen Lebenshaltungskosten auf den Balearen anzupassen. Aktuell liege dieser Zuschlag bei 70 Euro monatlich und sei seit 2002 nicht mehr aktualisiert worden. Der Vertreter der Gewerkschaft stellt daher die zentrale Frage: „Wer kann sich ein Leben auf Ibiza mit dem Gehalt eines Guardia Civil leisten?“ Die Vereinigung habe sogar eine Kampagne gestartet, um private Vermieter zu ermutigen, Wohnungen an Beamte zu vergeben – jedoch mit wenig Erfolg. Viele Eigentümer zögen es vor, ihre Immobilien touristisch zu vermieten, da sich damit deutlich höhere Einnahmen erzielen lassen.Als Beispiel schildert Fernández del Blanco den Fall eines Kollegen, der für sich und seine Ehefrau lediglich ein Zimmer für 800 Euro habe anmieten können. In Mallorca sei die Lage etwas weniger angespannt, doch selbst dort liege der Mietpreis in kleineren Gemeinden meist über 1.200 Euro. Die Folge: Viele Beamte seien gezwungen, Zimmer in Wohngemeinschaften zu mieten – und hätten nur ein Ziel, nämlich die Insel so schnell wie möglich wieder zu verlassen.















