
Angesichts der anhaltenden Wohnungskrise auf Ibiza unterstützen drei Gemeinden die Überlegung des Inselratspräsidenten, die zeitweise Aussetzung von Baugenehmigungen für frei finanzierte Wohnungen zu prüfen. (Wir berichteten in der Presseschau, Anm. d. Red.) Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera sprechen sich Santa Eulària, Sant Josep und Sant Joan für diesen Ansatz aus. Die Stadt Ibiza wollte sich dazu nicht äußern, aus Sant Antoni gab es keine Antwort. Aus dem Rathaus von Santa Eulària heißt es, man teile die vom Inselratspräsidenten angestoßene Reflexion, da es darum gehe, langfristig für die Bevölkerung der Insel zu planen – insbesondere für Menschen, die hier arbeiten möchten. Neben dem Mangel an Wohnraum verweise man auch auf den begrenzten städtischen Raum sowie den zunehmenden Druck auf Ressourcen wie Wasser und Abfallentsorgung. Bei Mehrfamilienhäusern müsse daher die Priorisierung von Wohnraum für ansässige Einwohner im Vordergrund stehen. In Santa Eulària ist bereits das erste Projekt der Insel mit 94 Mietwohnungen zu begrenzten Preisen angelaufen. Anspruchsberechtigt sind Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde mit mindestens zehn Jahren Meldedauer. Ziel des kommunalen Programms sei es, junge Fachkräfte zurückzugewinnen und Gruppen zu unterstützen, die trotz Arbeit und guter Einkommen Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnraum haben.w
Auch in Sant Josep wird die Initiative positiv bewertet. Dort betont man die klare Ausrichtung auf Wohnraum für Einwohner. Nach Jahren einer schwierigen städtebaulichen Situation habe die Gemeinde einen tiefgreifenden Umbau der Stadtplanung eingeleitet. Dieser setze auf Rechtssicherheit, Transparenz, nachhaltige Entwicklung und die Förderung von Erstwohnungen. Konkret würden vorrangig Genehmigungen für größere Bauvorhaben und Neubauten erteilt, sofern diese als Hauptwohnsitz genutzt werden. Voraussetzung sei eine verbindliche Wohnpflicht von mindestens fünf Jahren. Ziel sei es, die kommunalen Zuständigkeiten zu nutzen, um Spekulation und nicht wohnwirtschaftliche Nutzungen einzudämmen. Auch Sant Joan misst dem Wohnungsbau für Einheimische hohe Bedeutung bei. Ergänzend verweist die Gemeinde auf Mietbeihilfen, die bereits 2025 gewährt wurden und 2026 fortgeführt werden sollen. Gleichzeitig werde auf rechtliche Einschränkungen hingewiesen, etwa durch Wasserknappheit oder übergeordnete Raumordnungsauflagen. Abschließend betont Sant Joan die Zusammenarbeit mit dem Inselrat im Kampf gegen die illegale touristische Vermietung, die in einer tourismusgeprägten Wirtschaft als einer der größten Treiber steigender Wohnungspreise gilt.















