
Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera wird die Fährgesellschaft Baleària die elektrischen Fähre Cap de Barbaria mit dem ersten autonomen Stromerzeugungsmodul Europas ausstatten, das Energie aus E‑Metanol gewinnt. Entwickelt wurde das System von der katalanischen Firma Methanol Reformer, die auf nachhaltige Energielösungen spezialisiert ist. Mit der Integration des sogenannten eNomad‑Systems entsteht an Bord ein experimentelles Wasserstofflabor.
Der Cap de Barbaria, seit 2023 auf der Route zwischen Ibiza und Formentera im Einsatz, wurde bereits so gebaut, dass ein Wasserstoffsystem einen Teil des Energiebedarfs decken kann. Der neue eNomad‑Container kombiniert die Erzeugung von Elektrizität durch Wasserstoff – der wiederum aus E‑Metanol gewonnen wird – mit einem kompakten, modularen und autonomen Design, das sich besonders für den Hafen- und Küstenbetrieb eignet. In den kommenden Wochen wird das System unter realen Einsatzbedingungen getestet.
Der vor Ort erzeugte Wasserstoff speist eine Brennstoffzelle, die zusätzliche elektrische Energie liefert. Diese Energie unterstützt die Batterieladung und reduziert den Einsatz konventioneller Generatoren, was wiederum Kraftstoffverbrauch und Emissionen mindert. Baleària wird zudem verschiedene Kombinationen aus Batterien und Brennstoffzelle für den Elektromotor des Schiffes erproben.
Die Reederei untersucht in dieser Pilotphase das Potenzial von Metanol als flexiblem Energieträger: leicht zu lagern wie ein flüssiger Kraftstoff, aber zugleich in der Lage, Wasserstoff direkt an Bord zu erzeugen – ohne große Versorgungsinfrastruktur. Ebenso bewertet Baleària die Auswirkungen auf den Energieverbrauch, die Emissionsminderung und die Möglichkeit, diese Technologie auf andere Routen und Schiffe zu übertragen.
Javier Torres, Geschäftsführer von Methanol Reformer, betont die Bedeutung des Projekts für die Dekarbonisierung des maritimen Verkehrs.
Der Cap de Barbaria war 2023 die erste elektrische Passagier- und Frachtfähre Spaniens, die bei Hafenmanövern und Liegezeiten emissionsfrei operiert. Bereits damals wurden die CO₂‑Emissionen gegenüber dem Vorgängerschiff um 33 % gesenkt. Nun folgt mit Unterstützung der Eu-Förderung Next‑Generation der nächste Schritt: Baleària setzt auf eine Kombination aus Gas, Biokraftstoffen, Elektrizität, Wasserstoff und nun auch Metanol, um die maritime Energiewende weiter voranzutreiben. Vier der elf mit Gasmotoren ausgerüsteten Schiffe nutzen bereits Bio‑GNL, und weitere vollelektrische Projekte – darunter ein geplanter grüner Korridor zwischen Tarifa und Tanger – befinden sich in Entwicklung.
Die Reederei reduzierte 2024 ihre CO₂‑Belastung pro Passagier um nahezu 10 %.













