
Astrophysiker und Hobbyastronomen warnen vor einem möglichen Chaos auf den Balearen bei der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026. Während andere Regionen Spaniens bereits konkrete Maßnahmen planen, gehören die Inseln – zusammen mit Galizien – laut der Tageszeitung Diario de Ibiza zu den Gebieten, die am wenigsten vorbereitet sind.
Die totale Sonnenfinsternis tritt an diesem Tag nur an bestimmten Orten Spaniens ein. Galizien wird der erste Ort sein, an dem sie sichtbar wird, während Mallorca der letzte Beobachtungspunkt ist. Hier verdeckt der Mond die Sonne für rund 90 Sekunden vollständig – kurz nach 20:30 Uhr, unmittelbar vor Sonnenuntergang. Experten befürchten, dass es auf den Inseln zu Verkehrsproblemen und überfüllten Aussichtspunkten kommen könnte.
Während die Katalanische Regierung bereits Treffen mit astronomischen Vereinigungen organisiert hat, fehlt es auf den Balearen noch an jeglicher Abstimmung. „Fast alle autonomen Gemeinschaften haben bereits Gespräche geführt, nur hier nicht. Eigentlich müssten schon Beobachtungspunkte eingerichtet sein“, kritisierte ein Mitglied von AstroMallorca, der größten Vereinigung mit über 200 Mitgliedern. Erste Kontakte gab es lediglich auf Gemeindeebene mit Llucmajor.
Auf staatlicher Ebene arbeitet bereits eine Kommission von 13 Ministerien, koordiniert von den Ressorts Wissenschaft und Transport, an Sicherheitskonzepten. Auch die Föderation der Astronomieverbände (FAAE) hat eine Arbeitsgruppe für die Finsternisse 2026 bis 2028 gegründet, an der AstroMallorca beteiligt ist. Ziel sei es, Maßnahmen zwischen Regionen und Verwaltungen abzustimmen.
„Man muss planen wie bei extremen Wetterlagen oder Großveranstaltungen, damit Polizei, Guardia Civil, Sanitäter und Schutzdienste rechtzeitig vorbereitet sind“, mahnen Experten.
Die balearische Regierungsvertreterin Antònia Estarellas räumte ein, dass bisher kein Notfallplan vorliegt. Angesichts der hohen Besucherzahlen mitten in der Touristensaison werde man eine Sicherheitskommission mit den betroffenen Gemeinden einrichten. „Wenn nötig, setzen wir Zugangsbeschränkungen und Kontrollsysteme um“, erklärte die Consellera und versprach, rechtzeitig vor dem Ereignis ein Konzept vorzulegen.












