
Die Geschichte von Fleurette Ferrer und Juan Barranco erzählt ein fast vergessenes Kapitel der Inselgeschichte. Während heute Migranten aus Nordafrika die Balearen erreichen, war es in den 1930er-Jahren genau umgekehrt: Nach Angaben der Tageszeitung Diario de Ibiza verließen viele Familien die Inseln aus wirtschaftlicher Not und suchten im damals französischen Algerien eine neue Zukunft.
Zu ihnen gehörten auch die Großeltern von Fleurette Ferrer, die 1937 Sant Carles verließen. Ihre Tochter Fleurette wurde 1938 in Algier geboren. Dort lernte sie später Juan Barranco kennen, dessen Familie aus Almería stammte und ebenfalls in Algerien lebte. 1959 verbrachte das Paar seine Hochzeitsreise auf Ibiza – zugleich war es Juans erster Besuch auf der Heimatinsel seiner Frau. Rückblickend erinnerte er sich schmunzelnd daran, dass es damals kaum asphaltierte Straßen, keine Kühlschränke und kein Fernsehen gegeben habe. Mit dem Ausbruch des Algerienkriegs im Jahr 1962 musste die Familie ein zweites Mal ihre Heimat verlassen und ließ sie sich in Frankreich nieder. Trotzdem kehrten Fleurette und Juan von da an jeden Sommer nach Ibiza zurück, zunächst allein, später mit ihren beiden Töchtern, anschließend mit den Enkeln und schließlich sogar mit ihrer Urenkelin. Für die Familie gehörte der Besuch der Verwandten ebenso selbstverständlich dazu wie der Gang zu den Gräbern ihrer Vorfahren.Nun verabschiedete sich das Ehepaar nach 67 Jahren ununterbrochener Sommeraufenthalte auf Ibiza nun endgültig von der Insel. Aus Altersgründen können die heute 88 und 89 Jahre alten Eheleute die Reise von Frankreich nach Ibiza nicht mehr antreten. Ihre Tochter Fleurette Barranco Ferrer,organisierte deshalb in Santa Eulària eine bewegende Überraschungsfeier mit rund 30 Familienmitgliedern.














