
Rund 200 überwiegend junge Menschen kamen vergangene Woche in Santa Eulària zur ersten sogenannten „Aura-Farming-Battle“ der Insel zusammen. Beim „Aura farmen“ treten zwei Personen gegeneinander an und versuchen, allein durch Gesten, Posen und möglichst selbstbewusstes Auftreten mehr „Aura“ als ihr Gegenüber auszustrahlen. Einen klassischen Wettbewerb oder eine Jury gibt es nicht – wer vom Publikum den größten Beifall erhält, gewinnt. Die über TikTok organisierte Veranstaltung begann zunächst eher zurückhaltend, entwickelte sich aber schnell zu einem lebhaften Jugendtreffen mit zahlreichen Teilnehmern. Der in sozialen Netzwerken zunehmend verbreitete Trend wird allerdings auch kritisch diskutiert. Belén Alvite, Leiterin des Zentrums für Prävention und Verhaltensforschung CEPCA, sieht das Phänomen dagegen positiv. Gegenüber der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera erklärte sie, solche Auftritte könnten Kindern und Jugendlichen helfen, Hemmungen abzubauen und mehr Sicherheit vor anderen Menschen zu entwickeln. Wenn das „Aura farmen“ das Selbstbewusstsein stärke, sei dagegen nichts einzuwenden. Alvite formuliert es deutlich: „Ich sehe lieber Kinder, die Aura farmen, als Kinder, die allein zu Hause sitzen und Videospiele spielen, in denen Menschen getötet werden.“ Für sie ist der Trend damit auch eine spielerische Form der Selbstdarstellung, bei der junge Menschen lernen können, weniger darauf zu geben, was andere über sie denken.











