
Nach Berichten über Todesfälle im Zusammenhang mit dem Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt das Thema auch in Spanien für Aufmerksamkeit. Drei Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gestorben, während sich mehrere Verdachtsfälle an Bord befinden. Die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet über die Einschätzung des Arztes Alberto Sanagustín aus Ibiza.
Der Mediziner erklärt, dass es sich beim Hantavirus nicht um einen einzelnen Erreger handelt, sondern um eine Gruppe verschiedener Viren, die unterschiedliche Organe betreffen können. Entscheidend sei, dass das Virus in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen werde, sondern über Nagetiere und deren Ausscheidungen auf den Menschen übergeht. Eine Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen von kontaminiertem Staub, etwa in geschlossenen Räumen wie Hütten oder Scheunen. Typische Infektionswege seien das Aufwirbeln von Partikeln, ohne direkten Kontakt zu den Tieren selbst. Eine Übertragung im Alltag, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Büros, sei hingegen nicht zu erwarten. Eine Ausnahme bildet eine spezielle Virusvariante in Teilen Südamerikas, die unter bestimmten Umständen auch zwischen Menschen übertragen werden kann. Allerdings sei hierfür ein enger und längerer Kontakt erforderlich, wodurch das Risiko einer schnellen Verbreitung deutlich begrenzt bleibe.
In Bezug auf den aktuellen Fall auf dem Schiff sei noch unklar, ob es sich um eine gemeinsame Umweltquelle oder eine seltene Mensch-zu-Mensch-Übertragung handelt. Diese Unklarheit sei entscheidend für die weitere Bewertung des Risikos. Der Arzt betont, dass der Hantavirus trotz einzelner schwerer Verläufe keine globale Bedrohung darstellt. Das Risiko sei vor allem in bestimmten Regionen und unter speziellen Bedingungen erhöht. Eine sachliche Bewertung helfe, unnötige Ängste zu vermeiden.
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