
Rund 74 Prozent der Unternehmen auf Ibiza und Formentera haben ihre Arbeitsbedingungen verbessert, um Mitarbeiter zu halten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Unternehmerverbands Pimeef hervor. An der Befragung nahmen laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera 251 Unternehmen der Pityusen teil. Das größte Problem für die Betriebe bleibe laut Umfrage der Mangel an geeignetem Personal, den mehr als 53 Prozent der Unternehmer nennen. Weitere wichtige Faktoren sind hohe Personalkosten, die schwierige Wohnungssituation, Steuern sowie unlauterer Wettbewerb.
Die meisten Unternehmen sind klein strukturiert: Rund 40 Prozent beschäftigen höchstens fünf Mitarbeiter, während nur etwa 5 Prozent mehr als 50 Beschäftigte haben. Insgesamt bewerteten viele Firmen das Jahr 2025 als gut oder normal, auch wenn sich die wirtschaftliche Stimmung nach dem starken Post‑Corona‑Jahr 2022 etwas abgeschwächt habe. Besonders gut liefen Handel und Dienstleistungen, während Gastronomie sowie Bau‑ und Transportsektor häufiger Rückgänge meldeten. Für die Saison 2026 erwarten rund 26 Prozent der Unternehmer bessere Geschäfte, während etwa 64 Prozent von einer ähnlichen Entwicklung wie im Vorjahr ausgehen.
Ein zentrales Thema bleibt zudem der Wohnungsmangel. Nach Angaben des Unternehmerverbands haben insbesondere ausländische Arbeitskräfte große Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. Unternehmen müssten häufig für ihre Mitarbeiter bürgen oder Kautionen übernehmen, weil Vermieter ihnen misstrauen. Viele Saisonkräfte weichen deshalb auf teure Zimmervermietungen aus und müssen teilweise sogar Zimmer teilen. Laut Pimeef steigen die Preise häufig noch einmal deutlich, sobald die Hochsaison beginnt. Rojo spricht in diesem Zusammenhang von Spekulation und kritisiert, dass ein Teil dieser Vermietungen zur Schattenwirtschaft gehöre.
Die Ergebnisse der Umfrage berücksichtigen noch nicht den aktuellen internationalen Kontext, der durch den Konflikt im Persischen Golf geprägt ist. In diesem Zusammenhang erklärte der Präsident der Pimeef, Alfonso Rojo, unter den Unternehmern herrsche derzeit große Unsicherheit. Als Beispiel nannte er, dass Reedereien ab dem kommenden Montag den BAF-Zuschlag erheben wollen – einen variablen Aufpreis, der die starke Schwankung der Treibstoffpreise ausgleichen soll. „Man weiß nicht, wie sich die Situation entwickeln wird“, sagte Rojo. Zugleich kritisierte er, dass große Mineralölkonzerne die Preise bereits nach dem zweiten Bombenangriff erhöht hätten, obwohl der Diesel, der heute an den Zapfsäulen verkauft werde, bereits vor einem Monat eingekauft worden sei.











