
Das Cabaret Lío Ibiza hat nach dem Ende seines Vertrags in der Marina Ibiza einen neuen Standort gefunden. Laut Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza wird der 2011 gegründete Club künftig in die Pool‑Ebene des Hotel Corso in s’Illa Plana einziehen. Der Umzug sorgt im Wohngebiet bereits im Vorfeld für deutliche Besorgnis. Das Lío wurde einst vom Pachà gegründet und gehört nach dem Verkauf der Gruppe durch Ricardo Urgell heute dem Investmentfonds Trilantic Capital. Auch das Hotel Corso wurde inzwischen von einem Fonds übernommen. Es soll umfassend umgebaut und von vier Sterne superior auf fünf Sterne aufgewertet werden.
Der künstlerische Leiter von Lío, Joan Gràcia, traf sich am Mittwochmittag im Restaurant Hostal Talamanca mit rund 15 Anwohnern von s’Illa Plana. Eingeladen war auch der zuständige Stadtrat, der jedoch durch den Urbanismus‑Beigeordneten Juan Flores vertreten wurde. Gràcia wollte die künftige künstlerische Ausrichtung erläutern – für die Anwohner stand jedoch nicht das Programm, sondern die Auswirkungen auf ihr Viertel im Mittelpunkt. Nach Angaben der Zeitung äußerten die Bewohner ihre Sorge über die geplante Umgestaltung des Hotels und insbesondere über das künftige Freizeitangebot. Zwar wird das Lío im selben Gebäude untergebracht sein, jedoch unabhängig vom Hotelbetrieb durch ein eigenes Unternehmen geführt.
Das Hotel Corso, bislang von Felipe Cercadillo und seiner Familie betrieben, wurde vom Madrider Fonds Blasson Property Investments übernommen. Juan Flores erklärte gegenüber der Tageszeitung nach dem Treffen, dass die Baugenehmigung zur Reform des Hotels bereits vorliege. Das Projekt umfasst nicht nur die vollständige Modernisierung des bestehenden Gebäudes, sondern bezieht auch mehrere Grundstücke ein, die sich gegenüber dem Haupteingang des Hotels befinden – auf der dem Hafen von Ibiza abgewandten Seite. Dort gibt es derzeit eine kleine Parkplatzfläche sowie Tennisplätze. Diese Parzellen wurden für das Vorhaben zusammengelegt. Geplant ist dort der Bau eines großen unterirdischen Parkhauses sowie eines Apartmentblocks. Grundlage für die Erweiterung bildet das während der Pandemie verabschiedete Dringlichkeitsdekret der Balearen-Regierung, das Hotels eine Ausweitung ihrer Anlagen um bis zu 15 Prozent erlaubt. Gerade dieses Parkhaus gilt als Hauptgrund der Anwohnerproteste. Die Zufahrt zum Corso erfolgt ausschließlich über die Straße s’Illa Plana, die sich unmittelbar vor dem Hotel mit der Straße Sant Francesc de Formentera kreuzt. Alternativ führen nur schmale Wohnstraßen durch das Viertel.
„Das wird eine Rattenfalle“, zitiert die Tageszeitung einen Anwohner. Das Cabaret werde rund 500 Gäste fassen, hinzu kämen Mitarbeitende, Lieferfahrzeuge, Vans und Taxis. Die Anwohner befürchten ein nächtliches Kommen und Gehen in einem bislang ruhigen Wohngebiet. Die Eröffnung am neuen Standort ist für das kommende Jahr vorgesehen.











