
Mit dem symbolischen „Begräbnis der Sardine“ ist der Karneval auf Ibiza zu Ende gegangen. Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera organisierten die Einwohner des Viertels Es Clot auch in diesem Jahr ihre traditionsreiche und zugleich humorvolle Abschiedsfeier im Parque de la Paz. Das Ritual hat in vielen Regionen Spaniens und Südamerikas eine lange Geschichte. Es markiert das Ende der närrischen Tage und den Beginn der Fastenzeit, einer Phase der Besinnung, die in die Karwoche mündet. In Ibiza übernehmen seit fast zwei Jahrzehnten die Anwohner von Es Clot die Organisation. Am Mittwoch wurden – mit Unterstützung des Rathauses – rund 100 Kilo Sardinen gegrillt und verteilt. Die Einnahmen gingen an den Trommel- und Fanfarenzug Cristo del Gran Poder.
Zuvor zog ein augenzwinkernder, „kabarettistischer“ Trauerzug mit Totengräbern und Klagefrauen vom Sitz der Nachbarschaftsvereinigung durch mehrere Straßen des Viertels bis in den Park. Dort sorgten Schülerinnen und Schüler der Tanzschule mit unterhaltsamen Darbietungen für Stimmung und erinnerten an Künstlerinnen wie Sara Montiel oder Alaska. Im Mittelpunkt stand erneut die große Sardine, die seit 17 Jahren von derselben Person hergestellt wird. Ihre Größe ist durch den eigens angefertigten Sarg begrenzt, der in der Vereinszentrale aufbewahrt wird. Am Ende wurde die Figur traditionell auf einem Scheiterhaufen verbrannt – als sichtbares Zeichen für das offizielle Ende des Karnevals.
Musikalisch begleitet wurde das Fest von Belma Céspedes, gefeiert wurde „bis der Körper nicht mehr konnte“, wie es vor Ort hieß. Gleichzeitig nutzte der Verein das Fest, um seinen zweiten Preis beim Karnevalszug am Sonntag zu feiern. Die Organisatoren betonten, dass für sie nicht der Wettbewerb, sondern die Freude am Mitmachen im Vordergrund stehe: Gewinnen sei schön, aber kein Muss. Entscheidend sei, gemeinsam weiterzufeiern und die Tradition lebendig zu halten.












