
Mehr als 176.000 Ärzte im gesamten spanischen Gesundheitssystem streiken ab dem heutigen Montag für eine Woche. Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera starteten die Proteste mit einer Kundgebung vor dem Krankenhaus Can Misses auf Ibiza. Die Mediziner wollen damit ihren Widerstand gegen das zwischen dem Gesundheitsministerium und Gewerkschaften ausgehandelte Rahmenstatut deutlich machen.
Nach neun Monaten Verhandlungen, Arbeitsniederlegungen und Versammlungen fordern die Ärzte ein eigenes Regelwerk das die Besonderheiten ihres Berufs anerkennt, den Schutz verbessert und vor allem zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften beiträgt. Ziel sei es, die anhaltende Arbeitsüberlastung zu verringern und die Abwanderung von Medizinern ins Ausland zu stoppen. Sollte die Regierung nicht nachgeben, sind weitere Streikphasen geplant: vom 16. bis 20. März, vom 27. bis 30. April, vom 18. bis 22. Mai sowie vom 15. bis 19. Juni. Damit kündigt die Ärzteschaft eine schrittweise Intensivierung der Proteste bis zum Sommer an.
Miguel Lázaro, Präsident des Medizinsyndikats der Balearen (Simebal) und der staatlichen Ärztegewerkschaft CESM, bezeichnet das derzeitige Regelwerk als Fehlentwicklung, da zentrale Entscheidungen ohne ausreichende Berücksichtigung der ärztlichen Besonderheiten getroffen worden seien. Während der Streiktage wollen sich Vertreter von Simebal und weitere Mediziner täglich vor den Kliniken der Inseln versammeln – auch als Zeichen der Unterstützung für Kollegen im Mindestdienst, die ihre Arbeit fortsetzen müssen. Die Beteiligung könnte nach Einschätzung der Gewerkschaft sehr hoch ausfallen. Prognosen gehen von rund 70 Prozent oder mehr aus. Besonders junge Ärzte sowie Medizinstudentinnen und -studenten hätten ihre Unterstützung angekündigt.












