
Papst Leo XIV. hat die Seligsprechung von 20 Priestern genehmigt, die zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1936 auf Ibiza getötet wurden. Damit endet ein Verfahren, das bereits 2008 eingeleitet wurde. Wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet, bezeichnete Bischof Vicent Ribas die Entscheidung als eine „immense Freude“ und betonte, dass es sich um die ersten offiziell anerkannten Märtyrer der Insel handele.
Den Grundstein für das Verfahren legte der damalige Bischof Vicente Juan Segura mit der Unterzeichnung des Dekrets zur Einleitung der Seligsprechung. Nach umfangreichen Untersuchungen, Zeugenaussagen und der Auswertung historischer Dokumente wurde die diözesane Phase 2015 abgeschlossen und die Unterlagen nach Rom übermittelt. Dort bestätigten verschiedene Kommissionen und Fachgremien in den folgenden Jahren die Gültigkeit des Verfahrens sowie den Märtyrerstatus der Geistlichen. Entscheidend war laut den kirchlichen Untersuchungen die Feststellung, dass die Priester ausschließlich wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet wurden. Die 20 zukünftigen Seligen waren zwischen 24 und 73 Jahre alt. Die feierliche Seligsprechung soll im kommenden Herbst in der Kathedrale von Ibiza stattfinden. Nach Angaben von Bischof Ribas wird es die erste Seligsprechungsfeier in der Geschichte der Balearen sein, da vergleichbare Zeremonien bislang stets in Rom abgehalten wurden. Geleitet wird die Feier vom Kardinal Marcello Semeraro, dem Präfekten des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Besonders bewegend sind die überlieferten Schicksale der Priester. Der erste Priester, der auf Ibiza während des Bürgerkriegs getötet wurde, war der Pfarrer von Sant Carles. Nach der Landung der sogenannten Bayo-Kolonne in Pou des Lleó wurden zunächst der Geistliche und sein Vater ermordet. Einen Tag später wurde auch sein Bruder in Santa Eulària getötet. Die sterblichen Überreste der drei befinden sich heute in der Kirche Puig de Missa.
Der erst 27-jährige Pfarrer von Sant Mateu blieb trotz Warnungen in seiner Gemeinde, weil er noch eine Taufe durchführen wollte. Später stellte er sich freiwillig seinen Verfolgern, um andere Menschen nicht zu gefährden. Ein weiteres Beispiel ist der Priester Joan Torres aus Formentera, der in La Savina ermordet und anschließend ins Meer geworfen wurde. Andere Geistliche wurden gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. Laut Berichten verweigerten sie dies trotz schwerster Verfolgung. Neben den 20 Priestern prüft das Bistum inzwischen auch die möglichen Seligsprechungsverfahren von elf Laien sowie einer Gruppe junger Mitglieder der Gruppe Katholische Aktion aus Sant Jordi, die ebenfalls während des Bürgerkriegs ums Leben kamen. Die Nachricht über die Anerkennung der Märtyrer soll in den kommenden Tagen in allen Pfarreien der Pityusen bekannt gegeben werden. Am Festtag des heiligen Johannes am 24. Juni werden die Kirchenglocken der Inseln als Zeichen des Dankes läuten. Zur Erinnerung an die zukünftigen Seligen plant das Bistum außerdem die Anfertigung eines Altargemäldes mit den Porträts der 20 Märtyrer sowie von Bischof Salvio, der zwar in Lleida getötet wurde, aber enge Verbindungen zu Ibiza hatte. Für dieses Projekt wurde eine öffentliche Spendenaktion mit einem Ziel von 14.000 Euro gestartet. Das Kunstwerk soll während der Seligsprechungsfeier offiziell enthüllt werden. Ursprünglich umfasste das Verfahren 21 Priester. Einer der Fälle wurde jedoch von den vatikanischen Behörden nicht anerkannt, da die vorliegenden Beweise nach Einschätzung des Dikasteriums nicht ausreichten, um die erforderliche moralische Gewissheit über dessen Märtyrertod zu erreichen.












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