
Zehn Jahre nach ihrer Gründung zieht die Wasserallianz Ibiza Bilanz. Am 15. Mai kam der Runde Tisch „Wasserdialog“ zum Jubiläum zusammen – mit mehr als 30 Vertretern aus Gemeinden, Umweltorganisationen, Landwirtschaft, Tourismus und Wasserwirtschaft. Die Plattform entstand 2016 als Reaktion auf eine schwere Dürre, die die Insel hart traf, und hat sich seither als feste Stimme der Zivilgesellschaft in der ibizenkischen Wasserpolitik etabliert. Im Mittelpunkt stand diesmal die Überprüfung des Wasserpakts, den damals alle politischen Parteien der Insel unterzeichneten – künftig sollen die Behörden regelmäßig öffentlich Rechenschaft über die Umsetzung ihrer Verpflichtungen ablegen.
Gustavo Fraille und Stefan Meier von Naturaleza y Arte / theBIOPOOL warben für den verstärkten Einsatz naturbasierter Lösungen auf Ibiza – also etwa Naturpools und Badebiotope als umweltfreundliche Alternative zu chemisch betriebenen Schwimmbädern, Pflanzenkläranlagen zur dezentralen Aufbereitung von Abwasser direkt vor Ort, oder Regenwasserauffang und regenerative Landwirtschaft als Beitrag zur Schließung des lokalen Wasserkreislaufs. Das Problem bleibe die Gesetzgebung, die den europäischen Vorgaben weit hinterherhinke – und damit genau solche Projekte auf der Insel immer wieder ausbremst.
Den Festvortrag hielt Leandro del Moral, Professor für Raumplanung an der Universität Sevilla, der die besondere Bedeutung des ibizenkischen Dialogformats hervorhob – gerade weil die zuständige Regionalverwaltung kaum eigene Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Seine Botschaft: naturbasierte Lösungen sind in der Wissenschaft längst Konsens und sollten bald auch in den Gemeindeverwaltungen der Insel zum Standard werden.















