Aguas Blancas – leider mit Vorsicht zu genießen!
Die Bucht Aguas Blancas (oder auch Aigües Blanques auf Eivissenc genannt) im Nordosten Ibizas, südlich der Cala Sant Vicent, breitet sich vor dem wilden Meer in eine Strandlegende der anderen Art aus. Auch wenn dieser Küstenabschnitt unheimlich schön ist, müssen wir Klartext sprechen: Derzeit herrscht hier ein erhöhtes Risiko von Steinschlägen oder Erdrutschen und damit Lebensgefahr.
Eine Mischung aus starker Brandung, unablässigem Wind und ab und zu heftigen Regen in den Wintermonaten setzt den Klippen unablässig zu. Es gab bereits Erdrutsche, die Badegäste verletzten.
Schon der Weg zum Strand zeigt es: Von den Parkplätzen oberhalb der Klippen führt ein steiler Weg hinab zum Meer. Mit jedem Schritt lüftet sich der Vorhang ein wenig mehr – dann treten meterhohe, mit Kiefern bewachsene Felswände zutage, die einen 300 Meter langen Küstenstreifen einrahmen, der an manchen Stellen so schmal ist, dass das Meer die Handtücher der Badegäste zu verschlucken droht.
Der Name “Aguas Blancas” (Weißes Wasser) ist eine Hommage an das Schauspiel der hier wild brechenden Wellen. Wenn sie auf den seichten Meeresboden treffen, zerstäuben sie zu weißem Schaum – ein Naturspektakel, das besonders in der Herbst- und Wintersaison so manchen Surfer anzieht. Im Sommer hingegen lud in der Vergangenheit das türkis-smaragdgrüne Wasser zum Baden ein, aber auch hier Achtung: Wellengang und Strömungen sind für ungeübte Schwimmer ein Risiko.
Die Gemeinde Santa Eulària ist jedenfalls bemüht, die Natur mit Befestigungsarbeiten an den Klippen in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig warnt sie Strandbesucher aber, ihr Handtuch zu nahe an den steil aufsteigenden Felswänden auszubreiten oder versucht die Besucher gleich oben bei der Anfahrt davon abzuhalten, dort überhaupt hinunter zu steigen.